Podcast Folge: Predigt hören will gelernt sein

Podcast Folge: Predigt hören will gelernt sein

Predigt hören will gelernt sein – Podcast Tischgespräche – die Botschaft der Reformation für Christen für heute (mit Michael Herbst)

In der ersten von vier Folgen sprechen Malte Detje und Knut Nippe mit Michael Herbst übers Predigt hören. Der Titel „Predigt hören will gelernt sein“ sticht ins Auge, denn dieses Thema wird doch meist überwiegend vom Prediger aus gedacht (also „Wie gestaltet man eine gute Predigt?“) und der Zuhörer kommt meist nur in einer eher passiven Rolle in diesen Überlegungen vor.

Bei der Diskussion, wie man Gottesdienste wieder ansprechender gestalten kann, kommt immer wieder die Idee auf, dass eine 15–20-minütige Predigt überholt sei, nicht mehr der Lebenswelt und den Bedürfnissen der Menschen entspräche. Im ersten Teil ihres Gespräches, nennen die drei Männer gute Gründe, warum sie das anders sehen.

Michael Herbst nennt die Predigt den „Beginn eines Dialogs“ – das finde ich einen schönen Standpunkt. Wie können wir als Zuhörer also in diesen Dialog eintreten?
Hier ein paar Ideen aus dem Gespräch:

  • Kirchkaffe:
    nicht jede Gemeinde hat das gemütliche Zusammenstehen nach dem Gottesdienst – aber es liegt viel Potential darin. Kann nicht hier ein Austausch über interessante Gedanken aus der gehörten Predigt stattfinden? Trauen wir uns, nicht nur über unsere Sonntagsaktivitäten ins Gespräch zu kommen, sondern auch über Aspekte der gehörten Predigt?
  • Keine reine Wissensvermittlung:
    Der Heilige Geist macht aus einer guten Predigt eine sehr gute (nach Timothy Keller).
    „Es gibt Dinge, die weiß ich, die dauern 30 Minuten, um sie zu lernen. Aber es dauert ein Leben lang, bis das Herz auch versteht, was damit gemeint ist.“
    Lasse ich zu, dass Gott die Predigt nutzt, um in mein Leben zu sprechen? Lasse ich mich korrigieren und/oder ermutigen?
  • Mit welcher inneren Haltung gehe ich in den Gottesdienst?
    Wie gehe ich in den Gottesdienst? Schaue ich mir den Predigttext vielleicht schon mal an? Mit der Internetseite „Kirchenjahr evangelisch“ (gibt es auch als App) finde ich die passenden Texte zum jeweiligen Sonntag des Kirchenjahres ganz einfach.
    Nehme ich mir zwei-drei Minuten im Gottesdienstraum auf meinem Platz und mache mich bereit für die Begegnung mit Gott in der kommenden Stunde?
    Ich kann ganz konkret Gott bitten, mein Herz und meine Gedanken für ihn zu öffnen.
  • Mitschreiben / in meiner Bibel mitlesen:
    Wert schreibt, der bleibt – oder so ähnlich. Mitschreiben kann helfen fokussiert zu bleiben, das Wesentliche herauszuarbeiten und auch Kerngedanken nach ein paar Tagen noch parat zu haben. Dieses Predigtjournal gibt eine gute Struktur vor und wenn ich Gedanken einer Predigt nach längerer Zeit wieder brauche, weiß ich, wo ich nachschauen kann.

Das Gespräch lohn sich, anzuhören, es stecken noch viele weitere gute Gedanken darin. Und auch wenn sie der Überschrift nicht ganz treu bleiben und doch Aspekte einer guten Predigt besprechen ist das als „Predigt-Zuhörer“ ebenso spannend und gewinnbringend :-).